Eine Spinne schlängelt sich auf einer gestrichelten Spur zwischen den Zeilen und Einheiten eines Quelltextes hindurch

Umgarnen Sie die Suchmaschinen

Es ist längst nicht mehr ausreichend, im Internet einfach nur vertreten zu sein. Wenn Ihre Website erfolgreich sein soll, muss sie auch von Suchmaschinen gefunden werden.

Über 65% der Deutschen bewegen sich heute im Internet. Viele von ihnen sind dabei auf der Suche nach einem Produkt oder Anbieter. In den meisten Fällen nutzen sie dazu eine Suchmaschine. Die derzeit mit großem Abstand wichtigste Suchmaschine, Google, hat in Deutschland einen Marktanteil von über 90%.

Wie Suchmaschinen vorgehen

Die Suchrobots (auch Crawler oder Spider genannt) machen ihre Runde durchs Netz, scannen alle erreichbaren Websites und indizieren sie. Dabei folgen sie den Vernetzungen durch interne und externe Links.

Gibt nun jemand bei Google einen Begriff in die Suchmaske ein, wird dieser Begriff mit den indizierten Seiten verglichen, und die passendsten Ergebnisse, abgestuft nach Relevanz, werden angezeigt.

Die Relevanz wird nach einem komplizierten, Algorithmus berechnet, der beständig an neue Erkenntnisse angepasst wird. Zur Zeit werden im Wesentlichen die folgenden Kriterien berücksichtigt:

Suchbegriffe (Keywords)

Google vergleicht, wie häufig der gesuchte Begriff auf einer Seite vorkommt. Dabei wird höher gewichtet, wenn der Begriff

  • im Titel,
  • in den Überschriften der ersten und zweiten Ebene und
  • innerhalb des Textes weiter oben

erscheint.

Verlinkung

Zusätzlich zählt Google, wie viele Links auf eine Seite verweisen. Die externen Links (also die, die von anderen Internet-Auftritten kommen) werden wiederum nach der Wichtigkeit der verlinkenden Domain gewertet, wobei die Bewertung der verlinkenden Seite, in der Regel abzüglich einer Rangstufe, anteilig auf die verlinkte Seite abfärbt. Hinter diesem Konzept steht die Idee, die Wichtigkeit einer Website und ihre Reputation in der virtuellen Welt abzubilden, da man davon ausgehen kann, dass Menschen das empfehlen, was sie selbst schätzen. Wenn eine Seite ein hohes Ansehen im Netz hat, also oft verlinkt wird, nimmt Google an, dass auch ein dort gefundenes Suchwort mehr Relevanz hat als wenn, bei sonst gleichen Bedingungen, das Suchwort auf einer „unwichtigen“ Seite gefunden würde. Seiten mit hoher Rangstufe erscheinen daher in den Suchergebnissen tendenziell weiter oben.

Aktualität

Websites, auf denen oft und regelmäßig neue Inhalte erscheinen, bewertet Google systematisch besser.

Was Suchmaschinen mögen

Suchrobots erfassen Websites maschinell. Sie sehen nicht das Bild, das Nutzer am Bildschirm sehen, sondern ausschließlich den Quelltext. Den Text können sie auf der Suche nach Übereinstimmungen zu einem Suchwort durchforsten und die Relevanz der Suchergebnisse anhand von Tags (HTML-Auszeichnungen) differenzieren. Viel mehr geht jedoch nicht. Das hat Konsequenzen für die Erstellung von Websites.

Standardkonforme Seiten

Suchmaschinen bevorzugen standardkonforme Seiten. Webstandards geben vor, wie die Bestandteile einer Webseite (Überschriften, Textteile, Listen und vieles mehr) ausgezeichnet werden müssen. Richtig angewandt, schaffen diese Auszeichnungen eine semantische Struktur und helfen damit auch beim maschinellen Erfassen des Inhalts.

Zugängliche Seiten

Die besten Voraussetzungen bieten übrigens barrierefreie Seiten, da hier ganz besonders auf die semantische Struktur, eine sinnvolle Reihenfolge der Elemente im Quelltext und auf zusätzliche Auszeichnungen geachtet wird. Schließlich bewegt sich ein Suchrobot nicht viel anders durch die Seite als ein Lesegerät für Blinde.

Was Suchmaschinen nicht mögen

Rein in Flash erstellte Websites sind problematisch, da Suchmaschinen Texte und Links, die in Flash verpackt sind, nicht erkennen können.

Auch JavaScript ist Suchrobots nicht zugänglich. Elemente, die ausschließlich von JavaScript generiert werden, nehmen sie nicht wahr, entsprechenden Links können sie nicht folgen.

Einige weitere Hemmnisse sind:

  • Frames,
  • verschachtelte Layout-Tabellen,
  • alles, was den Download verlangsamt und dadurch Zeit kostet, wie unkomprimierte oder schlecht komprimierte Bilder.

Die wichtigsten Ratschläge

  • Achten Sie darauf, dass der Code Ihrer Website standardkonform ist.
  • Sorgen Sie für hochwertigen Inhalt. Texte, die für Menschen interessant sind, sind es auch für Suchmaschinen.
  • Suchen Sie passende Keywords. Mit welchen Begriffen und Begriffkombinationen würden potenzielle Kunden nach Ihrem Produkt suchen, die gleichzeitig Ihr Angebot treffend beschreiben (z.B. „badischer wein“ oder „winzer kaiserstuhl“)?
  • Platzieren Sie Ihre wichtigsten Keyword/s im Titel der Seite, den Hauptüberschriften und (je nach Textlänge einige Male) im Text. Aber übertreiben Sie es nicht. Wichtiger als die Optimierung auf Keywords ist ein natürlicher Textfluss, denn letztlich schreiben Sie für Menschen, nicht für Maschinen.
  • Keywords sollten auch in die Seitenbeschreibung einfließen (das ist der unsichtbare Teil im Kopf der Webseite, aus dem Google die ersten zwei Zeilen in den Suchergebnissen zieht). Die Keywords-Kombinationen und Seitenbeschreibungen sollten niemals für alle Unterseiten gleich sein.
  • Halten Sie den Inhalt Ihrer Website aktuell. Fügen Sie regelmäßig neuen Inhalt hinzu oder pflegen Sie zumindest eine Rubrik „Aktuelles“.
  • Vernetzen Sie sich. Für gute Plätze in den Trefferlisten ist neben der Optimierung Ihrer Website selbst die Zahl der auf Sie verweisenden Links entscheidend.
  • Verwenden Sie keine zweifelhaften Methoden. Diese werden früher oder später erkannt und abgestraft.
  • Vorsicht:
    • Kommerzieller Linktausch wird mittlerweile von Google erkannt und eher negativ bewertet.
    • Auch Links von „Linkfarmen“ (Websites, deren Inhalt nur aus externen Links besteht) sind nicht hilfreich.
    • Sammeln Sie nicht zu schnell zu viele Links. Das könnte Sie in ein falsches Licht stellen. Seriöse Websites wachsen in der Regel organisch.
  • Empfehlenswert:
    • Tragen Sie sich in regionale und evtl. branchenspezifische Verzeichnisse ein.
    • Verfassen Sie Artikel von allgemeinem Interesse oder bloggen Sie. Interessante Inhalte werden gerne verlinkt.
    • Nehmen Sie an Diskussionen im Netz teil, z.B. in Foren oder Blogs. Dabei können Sie in der Regel einen Link zu Ihrer Website setzen. Auch dort ist die Qualität Ihrer Beiträge entscheidend. Die Kombination Plattitüden plus Link wird als Linkspam angesehen und oftmals gelöscht.
    • Machen Sie es Ihren Lesern einfach: Bieten Sie Links zu Social-Bookmarking-Portalen an.
  • Seien Sie geduldig. Es dauert seine Zeit, bis eine neue Website in Google indiziert wird und erst recht, bis Sie sich eine gewisse Bekanntheit im Netz erarbeitet haben. Richtig gemacht ist eine Website aber eine langfristige Investition, die sich auszahlt.